Aktuelles                                                                                                                              Stand 28.04.2021


Ein weiterer Beiträg aus den Clubnachrichten 03/2020

Mit dem Hund zu Fuß durch Norddeutschland

Vorgeschichte zur Wanderung:

Ich stelle uns mal flott vor: Ich bin Sophie und das ist mein Hund: Perle des Nordens, Aquila – Aka: Aki, Bummelhummel, Bubi etc. – 5Jahre, Finnischer Lapphund, Rüde.

Zusammen mit Herrchen wohnen wir im Osten Hamburgs. Wir sind ein sehr abenteuerlustiges Rudel. Seitdem Aquila bei uns eingezogen ist, muss der Zwerg alles Mögliche mitmachen: Angefangen beim Wintercampen über das Rodeln in den Alpen bis hin zu Weltrekordversuchen in sengender Hitze – überall ist Aquila mit dabei.

Kommen wir zum Kern der Geschichte:

Wie bin ich auf die Idee gekommen, alleine mit Aquila zu Fuß von Hamburg quer durch Mecklenburg-Vorpommern bis kurz vor die polnische Grenze nach Neetzow zu laufen? Tja, das fing alles mit einem Filmabend zu Hause an. Ich saß Abends mit Aquila auf dem Sofa und habe den Film „Der große Trip“ gesehen. Beim Schauen des Films dachte ich mir so: „Pah, das kann ich auch, easy, was sind die paar Kilometer schon – und dabei sich selber versorgen – nichts einfacher als das!“ Ob das so geklappt hat, dazu später mehr, wenn ich mein Resümee zum Trip ziehe.

Wie bin ich auf diese Marschroute gekommen?

Herrchen und ich hatten zuvor besprochen, dass wir im Oktober einen Kurzurlaub machen wollen. Derweil hatten wir uns das wunderschöne Schlosshotel in Neetzow im östlichen Mecklenburg-Vorpommern herausgesucht. Dann kam das Eine zum Anderen und am Ende stand mein fester Entschluss: Ich laufe von Hamburg zu Fuß mit Hund zum Schlosshotel nach Neetzow und treffe mich dort dann mit Herrchen, um Urlaub zu machen.

Ja, nicht genug, dass ich fast 250km (Luftlinie) laufen wollte, das Ganze sollte auch mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad erfolgen und zwar mit Übernachtungen im Zelt sowie Selbstversorgung für Aquila und mich. In meiner Vorstellung hatte ich mir das alles sehr easy vorgestellt. Im Zuge der Vorbereitungen sind dann Realität und Vorstellung aufeinander getroffen. Durch die Auswahl geeigneter Campingplätze entlang der Route betrug so beispielsweise die geplante Marschdistanz – anders kann man es kaum ausdrücken – letztendlich über 330km. Mehr als anderthalb mal so viel wie geplant, uff!

Die Vorbereitung:

Nachdem der Entschluss feststand und ich die Ernsthaftigkeit meines Unterfanges hinreichend dargestellt hatte, ging es gemeinsam mit Herrchen an die Vorbereitung.

Vorbereitung – Phase 1: Die Routenplanung

Zuerst haben wir angefangen, die Route auszuarbeiten, die ich am besten mit Aquila laufen könnte. Dabei mussten wir schauen, dass sich auf dem Weg immer ein Campingplatz in Reichweite eines Tagesmarsches befindet. Da ich alleine mit Aquila unterwegs war, wollte ich nachts immer geschützt auf einem Campingplatz schlafen, aber auch die Vorstellung, nach 6-7h Laufen zu duschen, war ein Argument. Hierbei sind wir auf eine der ersten Hürden gestoßen, denn gerade am Anfang aus Hamburg heraus in Richtung Schwerin waren nicht sehr viele Campingplätze vorhanden. Nach längeren Recherchen, ein paar Stunden über verschiedenen Landkarten und dem einen oder anderen extra Kilometer in der geplanten Route haben wir das Problem dann gut lösen können. In den Details hat sich das mit der Route natürlich deutlich komplizierter dargestellt, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

Vorbereitung – Phase 2: Essen

Nachdem die genaue Route feststand, sind wir in die zweite Phase der Planung gegangen: Das Essen für die Wanderung. Hierbei kamen dann die nächsten Hürden auf mich zu. Meine geplante Route sollte bei optimalen Bedingungen ohne Puffer 11 Tage dauern. Wir haben jedoch für den Fall von Unwettern mit einem Puffer von 3 Tagen geplant, sodass für die Route insgesamt 14 Tage zur Verfügung standen. Doch wie versorgt man sich und seinen Hund als Fußgänger für so lange Zeit selbst? Wir fingen an, zu schauen, wie hoch mein ungefährer täglicher Energieumsatz sein würde, wenn ich mit Gepäck rund 30km an Tag wandern würde. Wir sind bei ca. 2500kcal am Tag gelandet. Für 14 Tage 2500kcal täglich mitzuführen bedeutet, 35000kcal tragen zu müssen. Doch wie soll man so viel Essen tragen?

Da hatte meine Filmvorstellung schon erhebliche Risse erfahren. Ich hatte wirklich keine genaue Vorstellung davon, wie viel Volumen (oder Masse) das Essen umfassen würde, damit ich in kein Energiedefizit komme. Wir haben dann wirklich eine Wissenschaft daraus gemacht, die richtigen Lebensmittel für die Wanderung zu finden. Wir hatten am Ende eine große Excel Tabelle in der wir die möglichen Lebensmittel gegenübergestellt haben.

Am Ende haben wir uns hauptsächlich für Nüsse und Trockennahrung von Sea to Summit entschieden. Ich war überrascht, wie teuer doch eine größere Menge Nüsse sein kann. Ich habe z.B. für 1kg Walnüsse 40€ bezahlt, aber die waren auch sehr lecker. Eine Packung der Trockennahrung lag bei 8€. Ich hatte am Ende dann für jeden Tag Essen mit einem Energiegehalt von ca. 1700kcal beschafft. Ich habe also für Tage mit hoher Belastung ein Energiedefizit bewusst in Kauf genommen. Für ruhige Tage mit weitestgehend Grundumsatz sollte diese Menge jedoch wohl reichen. Noch mehr Nahrung mitzunehmen, würde den Rucksack – und damit die Last auf langen Strecken – ja nur noch mehr erhöhen und damit womöglich die Distanzen von Campingplatz zu Campingplatz in einen kritischen Bereich rücken.

Beim Futter für Aquila waren einige Mitglieder vom DCNH LV Nord hilfreich. Wir brauchten ja Futter, das einen hohen Energiebedarf decken konnte und das bei kleinen Futtermengen. Ich dachte am Anfang an Schlittenhundenahrung, das wäre aber eine falsche Fütterung für Aquila gewesen und hätte eventuell Probleme mit der Verdauung bringen können. Wir haben dann ein geeignetes Trockenfutter von Bubeck gefunden, das eine sehr hohe Energiedichte aufweist und das er (relativ) gerne gegessen und gut vertragen hat. Sowohl Aquila als auch ich haben vorher zu Hause alles mehrmals gegessen, um zu schauen, ob wir es vertragen (und es schmeckt). Eine ernährungsbedingte Erkrankung (oder schlechte Laune durch ungenießbares Essen) ist das Letzte, was man in der Wildnis gebrauchen kann.

Vorbereitung – Phase 3: Ausrüstung

Kommen wir zur dritten Etappe der Vorbereitung: Die Ausrüstung.

Nachdem die Route feststand und die Versorgungslage bzgl. Essen geklärt war, mussten wir uns noch um die restliche Ausrüstung kümmern. Ich brauchte so einiges neu. Wir können uns zwar mit Campingausrüstung tot schmeißen, aber nicht unbedingt mit leichter Ausrüstung.

Für gewöhlich fahren wir mit dem Auto irgendwo hin und bauen dann ein Basiscamp auf, von welchem aus wir dann Unternehmungen mit leichten Rucksäcken starten. Zelte mit über 6kg Gesamtmasse oder große Isomatten kamen zu Fuß aber nicht infrage.

Ich brauchte also für diese Wanderung so einiges neu – Zelt, Schlafsack, Isomatte – und das alles in ultraleichter Ausführung… Ja, was soll ich sagen, der werte Leser ahnt es bestimmt schon, es war nicht einfach, ein leichtes Zelt zu finden, dass Wauwikrallen gerecht ist. Das Problem vieler Ultraleichtzelte ist, dass sie quasi bedingungslos auf geringe Masse und kleines Packmaß ausgelegt sind, um Läufern, Wanderern oder Radfahrern für wenige Tage Unterschlupf zu bieten. Das führt dazu, dass das Material so dünn ist – vergleichbar mit Frischhaltefolie – dass Bedenken zur Reißfestigkeit bestehen – insbesondere mit Hund und bei unklarer Wetterlage im Oktober.

Aquila z.B. lehnt sich beim Schlafen im Zelt gerne gegen das Innenzelt, dabei kann eine extreme Spannung auf das Innenzelt kommen oder er suhlt sich gerne mal im Zelt im Schlafsack und schmeißt seine Beinchen in der Gegend umher, sodass es gut sein kann, dass er versehentlich mit den Krallen irgendwo entlangschrammt und ein empfindliches Zelt beschädigt. Nächstes Problem bei diesen Zelten ist, dass man oft das Innenzelt zuerst aufbauen muss und dann erst die Plane vom Außenzelt darüber legt. Das ist insbesondere dann ein Problem, wenn man es im Regen aufbauen muss, denn dann wird das Innenzelt nass.

Nach langer Suche und Probeaufbau im Geschäft habe ich mich für das Helsport Ringstind Pro 2 entschieden.

Dieses Zelt kann ich wirklich sehr empfehlen, es ist für diesen Einsatzbereich jeden Euro wert. Das Zelt ist zwar mit ca. 2kg in der Kategorie der Leichtzelte eher schwer, aber es hat mir, Aquila und Eckbert (mein Rucksack) genug Platz geboten. Ich hatte damit auch ein kleines Vorzelt (oder ist das eher als Apsis zu bezeichnen – egal). Der sehr große Vorteil bei diesem Zelt war auch, dass man das Innenzelt nur einmal einhängen musste und dann kann man es immer zusammen mit der Außenhülle aufbauen. Es ist einfach unglaublich, wie gut durchdacht dieses Zelt ist. Kein unnötiger Schnickschnack, alles passgenau geplant aber eben auch alles dabei, was man braucht, wenn man nur einen kleinen sicheren Unterschlupf benötigt.

Mit meinem Schlafsack kam eine weitere Hürde auf mich zu. Da ich im Oktober wandern wollte und ich es zum Schlafen immer warm haben muss, brauchte ich einen Schlafsack der kompakt, leicht und warm war und nicht direkt ein Monatsgehalt verschlingen würde. Ich bin bei der Firma Mountain Hardware fündig geworden und habe mich für den Lamina -20 entschieden. Der Schlafsack ist an der Hüfte und am Oberkörper extra breit. Das war besonders wichtig, da Aquila nachts beim Zelten immer bei mir im Schlafsack schlafen möchte. Zudem besteht der Schlafsack aus Kunstfasern, was bei hohen Luftfeuchtigkeiten oft von Vorteil gegenüber Daune sein kann. Das war auch eine gute Entscheidung. Eventuell erinnern sich einige Leser noch an das Wetter in den letzten Wochen im September 2019 und in den ersten Wochen des Oktobers. Kleiner Hinweis: Es war sehr nass. Das war die Zeit in der es so extreme Regenfälle gab. Deshalb hatte ich dann kurz vorher entschieden, in meiner Segelkleidung zu wandern. Eines kann ich versichern: Mit den Klamotten bleibt man trocken.

Einige wichtige Kleinigkeiten wie eine Erste-Hilfe-Tasche, Besteck und einen Gaskocher hatte ich natürlich auch dabei.

Und wer sich jetzt sagt: Da fehlt doch was zu trinken: Ja, ich habe flexible Silikon- und Kunststoffflaschen und einen Wasserfilter mitgenommen, um bei minimaler Masse und minimalem Platzbedarf überall Trinkwasser gewinnen zu können.

Damit war die Vorbereitung der Ausrüstung für die Wanderung abgeschlossen.

Die Strecke

Die Wanderung beginnt:

Tag 1:

Gestartet bin ich am 01.10.2019. 1 Tag später als geplant, weil ich kurz zuvor etwas krank war und dadurch im Büro einiges liegen geblieben war, das abgearbeitet werden musste, ehe es los gehen konnte.

Die Route wäre am Vortag, dem 30.09. mit einer relativ kurzen Etappe von 20,4km und damit 5h und 9min bei 4km/h Durchschnittgeschwindigkeit von uns zu Hause in Hamburg bis zum Großensee gegangen.

Am 01.10.2019 wurden Aki und ich daher von Herrchen am zweiten Teil der Route eingesetzt. Für die 30,5km von Großensee bei Hamburg bis zum Lütauer See bei Mölln waren 7h und 42min eingeplant.

An dem Tag hat es Bindfäden geregnet. Der Anfang der Route war zum Teil echt nervig, weil es an einigen Stellen keine richtigen Wege gab, sodass Aki und ich zum Teil am Straßenrand laufen mussten. An dem Teil der Stecke hatte sich auch Akis Rucksack verabschiedet, was mir zusätzliches Gepäck bescherte. Mein Rucksack war am Anfang sehr schwer, obwohl ich nur das Notwendigste dabei hatte, er hatte ca. 21kg.

Wir sind nach ca. 6h und 30min angekommen. Statt der geplanten 4km/h konnten wir also ein Durchschnittstempo von ca. 4,7km/h durchhalten. Das ist eigentlich eine positive Überraschung und unüblich für den ersten Tag solch einer Tour. Ich war aber vollkommen fertig. Aki hat den ganzen Weg super gemeistert und fand es eine Mordsgaudi.

Am Campingplatz angekommen, haben wir für erstaunte Gesichter gesorgt. Da waren einige doch sehr überrascht, als wir zu Fuß angekommen sind. Nachdem wir uns ein schnuckeliges Plätzchen gesucht hatten und ich das Zelt aufgebaut hatte, habe ich Aquila sein Futter gegeben und ich habe meine Nüsse gefuttert. Dann haben wir uns ziemlich erschöpft in unser Zelt zurückgezogen.

Tag 2:

Lütauer See bei Mölln – Schaalsee (Sterley) – 13km – 3h15min bei 4km/h

Am 02.10.2019 sind Aquila und ich nicht so früh gestartet, weil wir eine relativ kurze Strecke vor uns hatten. Wir sind gegen 10 Uhr losgewandert. Beim Einpacken des Zeltes hatten wir mächtig Glück, weil es nicht geregnet hat.

Die Strecke war viel besser zu laufen, weil der Großteil der Strecke durch einen Wald verlief. Aquila hatte sehr viel Spaß auf unserem Weg, trotz des erneut einsetzenden Regens. Das Wetter war zum Teil echt nervig, erst regnete es wie aus Eimern, dann kam immer mal wieder die Sonne raus und die Luft war dann sehr schwül. Das führte dann immer dazu, dass ich meine Segeljacke ausziehen musste, um nicht durch das Schwitzen nass zu werden.

Nach etwas über 3 Stunden sind wir auf unserem Campingplatz in Sterley angekommen, der super schön war. Der Campingplatz hatte richtig schöne Feuerstellen und Kanuanlegestellen. Falls jemand mal da oben eine Kanutour plant, kann ich den Campingplatz sehr empfehlen.

Nachdem ich wieder unser Zelt aufgebaut hatte, habe ich die Feuerstelle genutzt, um unsere Sachen am Feuer zu trocknen. Denn die waren ganz schön nass vom Wandern. Auch bei diesem Campingplatz haben wir für einiges Erstaunen gesorgt, weil wir zu Fuß unterwegs waren. Nach ein paar Stunden am Feuer bin ich mit Aquila Schlafen gegangen. Wie schon die Nacht zuvor war auch die zweite Nacht sehr frisch, aber das hat Aquila und mir nichts ausgemacht, weil wir zusammen im Schlafsack warm eingemurmelt waren. In der Nacht konnte ich jedoch nicht so gut schlafen, weil ich leichten Schüttelfrost hatte. Aber ich hatte in meiner Notfallapotheke etwas dabei und dann ging es.

Tag 3:

Schaalsee (Sterley) – Perlin am Dümmer See – 35,5km – 8h14min bei 4km/h

Am 03.10.2019 bin ich mit Aquila früh aufgebrochen. Gegen 8:30 waren wir bereits wieder unterwegs. An dem Tag hat es nur geregnet und ich war nicht sehr fit, weil ich mich leicht kränklich gefühlt habe. Ich muss gestehen, dass Aquila und ich bei der Strecke etwas geschummelt haben. Wir sind 3 Stationen mit dem Bus gefahren, weil ich so k.o. war und die Befürchtung hatte, nicht rechtzeitig am Campingplatz anzukommen. Angekommen am Campingplatz sind Aquila und ich total k.o. ins Zelt gefallen. Wir haben beide nur kurz etwas gegessen und haben uns dann sehr zügig Schlafen gelegt.

Tage 4-8:

Bei den Tagen 4-8 waren die Abläufe sehr ähnlich. Eckbert, Aquila und ich sind immer früh aufgebrochen und gelaufen und gelaufen. Das Wetter war echt bescheiden, aber einen wahren Hamburger schreckt das nicht. Ungünstig war jedoch, dass ich zu diesem Zeitpunkt dann eine richtig dicke Erkältung bekommen habe. Mir lief die Nase und ich hatte einen nervigen Husten. Ich wollte jedoch unbedingt weiterlaufen und habe es einfach etwas ignoriert. Die Quittung gab es dafür dann später.

4 – Perlin am Dümmer See – Seehof bei Schwerin – 26,2km – 6h33min bei 4km/h

5 – Seehof bei Schwerin – Sternberg – 36,0km – 9h00min bei 4km/h

6 – Sternberg – Krakow am See – 39,6km – 9h54min bei 4km/h

7 – Krakow am See – Alt Schwerin am Plauer See – 23,8km – 5h57min bei 4km/h

8 – Alt Schwerin am Plauer See – Waren (Müritz) – 26,9km – 6h44min bei 4km/h

Tag 9:

An Tag 9 habe ich beschlossen, mit Aquila länger in Waren zu bleiben. Zum einen weil ich mich echt nicht gut gefühlt habe und zum anderen wollte ich mir die Stadt anschauen und mich etwas ausruhen. Aquila war auch etwas knille, aber bis dahin hat er alles sehr toll gemacht. Es war so schön, ihn bei der Wanderung zu beobachten, er hatte so viel Freude dabei.

Waren kann ich sehr empfehlen. Super nett dort. Der Campingplatz ist auch sehr zu empfehlen.

Tag 9 stand unter dem Motto ausruhen und mal etwas gönnen. Nach 9 Tagen Nüssen und einer Portion Trockennahrung am Abend habe ich mit Aquila in einem Café gefrühstückt. Was echt nicht einfach war, war ein Café zu finden, in das Hunde mit rein durften. Ich habe jedoch eines gefunden – mit einem super Frühstücksangebot noch dazu. Im laufe des neunten Tages hatte ich dann beschlossen, noch einen Tag zu bleiben, um mich noch etwas zu erholen. Mittlerweile war ich richtig stark erkältet. Mir lief die Nase und ich hatte kaum noch so etwas wie eine Stimme aber dafür einen ordentlichen Husten!

Den Rest von Tag 9 haben Aquila und ich mit Schlafen und Lesen im Zelt verbracht.

Der Tag 10 sah ziemlich gleich aus.

Tag 11:

11 Tag Waren (Müritz) – Malchin – 32,8km – 8h12min bei 4km/h

Am 11 Tag bin ich mit Aquila wieder sehr früh hoch, aber auch hier muss ich ein Geständnis machen. Ich bin die Hälfte der Strecke mit dem Bus gefahren. Ja, zu diesem Zeitpunkt war ich dann nicht mehr so verbissen, meine mir selbst auferlegten Regeln einzuhalten und das hat sich in Malchin dann als absoluter Glücksfall herausgestellt, denn angekommen in Malchin an dem Campingplatz, musste ich feststellen, dass dieser geschlossen hatte. Tja, da stand ich dann Mitten am Tag vor geschlossener Tür. Ich war ziemlich verdattert, weil ich mich nämlich extra erkundigt hatte, ob er geöffnet ist.

Naja, ich hatte dann 2 Alternativen:

1.: Ein Hotel suchen oder

2.: Weiter laufen zum nächsten Campingplatz …

Spoiler: Ich bin weitergelaufen, weil ich kein Hotel gefunden habe.

Hinweis: In einigen Regionen in MV ist es super schwierig, mit Hund etwas Bezahlbares zur Übernachtung zu finden.

Ich war dann auch zu geizig, für eine Nacht 170€ zu zahlen. Ich habe dann die Zähne zusammengebissen und bin dann von Malchin die 18,2km nach Meesiger am Kummerower See gelaufen.

Die Strecke war sehr durchwachsen, ich musste einen sehr großen Teil der Strecke auf der Straße laufen, weil es keinen Weg gab. Das war echt nervig, gerade für Aquila, aber der kleine Mann hat es so wunderbar gemacht. Nach einer Ewigkeit und einer neuen Lektion fürs Leben, bin ich spät abends am Kummerower See angekommen.

Die Lektion, die ich gelernt habe war: Wenn jemand dir eine Abkürzung empfiehlt, prüfe vorher, ob es auch wirklich eine ist. Ein Mann auf dem Weg hatte mir eine Abkürzung am See entlang empfohlen, ja … Dieser Weg führte Hügel rauf, Hügel runter an einer Art Steilküste. Es war super abenteuerlich. Das eine oder andere Mal sah ich mich schon den Abhang hinunterstürzen. Nachdem ich den Weg gemeistert hatte und total fertig unter Verwendung der Stirnlampe am Campingplatz angekommen war, habe ich nur noch schnell das Zelt aufgebaut und bin mit Aquila tot müde in den Schlafsack gekrabbelt.

Tag 12:

An Tag 12 bin ich zähneklappernd und komplett erkältet aufgewacht. Ich bin dann mit Aquila zur Anmeldung gegangen, da diese am Abend schon geschlossen war. An der Anmeldung bin ich dann auch meinem späteren Helden begegnet. Der Platzwart war sehr erschrocken über mein äußeres Erscheinungsbild und das lag nicht etwa daran, dass ich nicht geduscht war oder dergleichen. Ich sah wohl wie der Tot auf Latschen aus.

Ich muss gestehen, mir ging es auch alles andere als prickelnd. Ich hatte Schüttelfrost, Husten und kaum eine Stimme. Nach langem Hin und Her hatte der gute Mann mich überzeugt, meine Tour abzubrechen und direkt in das Schlosshotel überzusiedeln, in dem ich mich 2 Tage später mit Herrchen treffen wollte. Problem: Die waren ausgebucht. Und dann begann eine Odyssee auf der Suche nach einem Hotel, das keine Probleme mit Hunden hatte und bezahlbar war. Ich bin dann relativ nahe an meinem Ziel Neetzow in Jarmen in einem Gasthof fündig geworden. Nicht genug, mein Retter hat mich und Aquila dort auch noch hingefahren und mir eine Taxirechnung von 150€ erspart.

Angekommen in der Waldperle in Jarmen haben Aquila und ich für erschrockene und erstaunte Gesichter zugleich gesorgt. Die Wirtin hat mich mit sehr liebevollen Worten begrüßt: „Oh Gott, wie sehen Sie denn aus?“ Den Worten folgten dann Arztempfehlungen, die ich dankend in Anspruch genommen habe. Nach dem ich Aquila im Zimmer gut versorgt wusste, bin ich dann zu einem der dortigen Ärzte gegangen. Ja, was war wohl das Ergebnis? Aus meiner wohl anfänglichen Bronchitis ist eine Lungenentzündung geworden. Ich habe dann so einiges verschrieben bekommen und bin dann wieder zurück in die gute Waldperle. Dort haben sich die Wirtin und die super netten Angestellten sehr gut um Aquila und mich gekümmert. Vom Gassiservice bis hin zu super guten Suppen, alles da. 2 Tage später hat uns dann Herrchen abgeholt und wir sind dann ins Schlosshotel umgesiedelt. Nach 2 Tagen Hammer-Antibiotika und viel Schlaf etc. ging es mir eigentlich schon wieder ganz okay, außer diesem fiesen Husten.

Tag 14:

An Tag 14 hat uns Herrchen eingesammelt und wir sind dann ins Schlosshotel umgesiedelt. Schloss Neetzow kann ich jedem nur sehr empfehlen. Hier haben wir sehr hundefreundlich gewohnt und Schlosspark, Dorf und Umland genossen.

Tag 15:

Am 15.10.2019 sind wir ganz gemütlich in den Tag gestartet. An diesem Tag hatte nicht nur Aquila Geburtstag sondern Herrchen auch in der Umgebung eine Überraschung vorbereitet. Auf einem Hochsitz hat mich Herrchen mit Hilfe von Aquila gefragt, ob ich Ihn heiraten will. Ich habe natürlich ja gesagt.

Die Streckenabschnitte

Die Route

Resümee der Wanderung:

Vorgenommen hatte ich mir, einen Weg von ca. 250km Luftlinie im Herbst quer durch Norddeutschland zu laufen und mich und Aquila selbst zu versorgen. Das führte zu einer Strecke von ca. 330km orientiert entlang 10 Campingplätzen für 11 Etappen. Geschafft habe ich letztendlich ca. 210km (Luftline). Den Rest habe ich im Auto oder Bus zurücklegen müssen.

Ich würde es nochmal machen, jedoch würde ich einige Sachen bei der Ausrüstung weglassen oder ergänzen. Was ich auf gar keinen Fall nochmal machen möchte: Versuchen, mich ausschließlich selbst zu versorgen. Das spart mächtig Gewicht. Auch werde ich beim nächsten Mal mehr auf meinen Körper hören und nicht stur weiterlaufen.

Sophie von Tomforde




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Geschichte Udo Finke Teil 1   und   Teil 2


10.09.2020

Beitrag unserer Mitglieder in den Clubnachrichten 03/2020

         Collage 1                 Collage 2                  Collage 3


Am Samstag, den 13.09.2020 , 13.00 Uhr, fand die Mitgliederversammlung der DCNH Landesgruppe Nord  in Winsen/Luhe im Hause Bruns/Stamp statt. Corona bedingt war der Termin vom Frühjahr auf September verlegt worden.
Die Vorsitzende Frau Bruns wies darauf hin, dass die  jetzige Versammlung  behördlicherseits genehmigt worden war.  Insgesamt hatten sich 13 Mitglieder und 3 Gäste eingefunden. Niemand hatte Einwände gegen die Anwesenheit der Gäste.
Die TOP's wurden in der Reihenfolge abgearbeitet. Nach den Berichten aus den Ressorts wurde die Kassiererin   im Anschluss an den Bericht der Kassenprüfer von der Versammlung einstimmig entlastet und in TOP 8 wurde  ebenso der Vorstand einstimmig entlastet.
Unter TOP Verschiedenes u.a.  folgende Themen:
Die Versammlung endet um 17.30 Uhr.
JS